Was ist Low Carb?

Low-Carb keine Trenddiät, sondern steinalt!

Viele Jahre schmückte der Begriff „Low-Fat“ Produktverpackungen wie Joghurts, Chips,  Käse und sogar ohnehin fettarme Lebensmittel wie Gummibärchen. „Low-Fat“ war der Inbegriff von gesunder Ernährung. Und wer abnehmen wollte, zählte fleißig Fettpunkte. Jetzt ist Schluss mit fettarmen Zeiten. „Low-Carb“ statt „Low-Fat“ ist jetzt das Motto. Wer etwas auf seine Figur hält, verzichtet heutzutage nicht auf Fett, sondern reduziert Kohlenhydrate und isst dafür reichlich Eiweiß. Stars wie Jennifer Aniston, Heidi Klum oder Catherine Zita Jones machen es vor. Viele von ihnen leben „Low-Carb“, teilweise sogar in ihrer extremsten Form. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass sich „Low-Carb“ allmählich durchsetzt, in unseren Köpfen und sogar sichtbar auf Produktverpackungen. Von Fachgesellschaften wird Low-Carb zwar als Trenddiät, die aus den USA kommt, belächelt, doch eine Modeerscheinung ist die kohlenhydratarme, eiweißbetonte Ernährung ganz sicher nicht. Im Prinzip ist sie steinalt. Wir sprechen von einer Ernährungsweise, an die wir seit Millionen von Jahren angepasst sind.

Ab wann spricht man von Low-Carb?

In den 70er Jahren machte die heute bekannteste aller Low-Carb-Diäten in den USA Furore – die Atkins-Diät. Sie ist die extremste Form und wird  auch als Very-Low-Carb bezeichnet, da in der ersten Phase nur 20 Gramm Kohlenhydrate aufgenommen werden. Es gibt aber auch moderatere Low-Carb-Formen wie die LOGI-Methode von Dr. Worm. Hier beträgt der Kohlenhydratanteil 25-30 Prozent der Gesamtenergie. Bei einer Kalorienzufuhr von 1800 Kilokalorien beträgt der Kohlenhydratgehalt 112 Gramm. Selbst Ernährungsformen mit einem Kohlenhydratanteil von bis zu 45 Prozent der Gesamtenergie werden noch als Low-Carb bezeichnet. Die Academy of Nutrition and Dietetics setzt die obere Grenze für Low-Carb bei 130 Gramm Kohlenhydraten am Tag fest. Das wären jeweils etwa 40 Gramm Kohlenhydrate für Frühstück, Mittag und Abendessen.

Wie funktioniert Low-Carb?

Wer sich Low-Carb ernährt, reduziert stärke- und zuckerhaltige Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Nudeln, Süßigkeiten sowie gezuckerte Getränke. Ein völliger Verzicht ist aber nicht notwendig. Der tägliche Verzehr von 1-2 dünnen Scheiben Brot, 2-3 kleinen Kartoffeln oder ein paar Nudeln als Beilage sind noch im Sinne von Low-Carb. Wichtig ist dann die Bevorzugung von Vollkornprodukten. Im Mittelpunkt der Ernährung stehen wasser- und ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Salat und Obst sowie der Sattmacher Eiweiß aus Eiern, Fisch, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Fleisch und Käse. Als Geschmacksgeber darf Fett in Form von Ölen, Nüssen oder anderen fetthaltigen Lebensmitteln großzügig verwendet werden.  

Low-Carb ist gut – die Wissenschaft bestätigt!

Wer mehr Eiweiß isst und dafür Kohlenhydrate spart, nimmt nicht nur besser ab, sondern wird auch sein Gewicht besser halten können. Das ist mittlerweile wissenschaftlich abgesichert. Eiweiß schützt die Muskeln und erhält so unsere Verbrennungsöfen. Weniger Kohlenhydrate zu essen bedeutet auch eine geringere Insulinproduktion und folglich auch eine verminderte Fettspeicherung sowie heißhungerbringende Blutzuckerschwankungen. Aber das ist nicht alles was für Low-Carb spricht. Die Effekte dieser Ernährung sind auch medizinisch relevant. Zahlreiche Studien bestätigen die positive Wirkung von Low-Carb auf die Gesundheit. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck u.a. lassen sich damit nicht nur verhindern, sondern auch effektiv behandeln.